Welche Prüfmethoden sind möglich

 

Optische Prüfung

 

Bei der Optischen Prüfung wird zunächst der Kanal mit Hochdruck (100 - 150 bar) gereinigt. Da in der Regel nur die untere Hälfte des Abwasserrohres durch Abwasser feucht gehalten wird, sind die Dichtungen in der oberen Hälfte häufig spröde. Kritiker sagen, den Druck der Reinigung hielten sie häufig nicht aus. Obwohl vorher kein Abwasser ins Erdreich gelangte, würde die anschließende Kamerafahrt nun wohl "Mängel" sichtbar machen.

 

Wasserfüllstand-Prüfung

 

Bei der Wasserfüllstand-Prüfung werden alle Öffnungen mit aufblasbaren Ballons abgedichtet. Anschließend wird das Leitungssystem komplett mit Wasser aufgefüllt und mit einer Wassersäule von mind. 1 m für eine halbe Stunde unter Druck gesetzt. Bei einem Wasserverlust von mehr als 0,5% werden Sanierungsmaßnahmen fällig.

 

Durchflußprüfung (noch nicht verfügbar) 

 

Da gerade die vorgenannten, nicht besonders schonenden Prüfungsverfahren, auf besondere Kritik gestoßen waren, wurde auf Initiative von SPD/Grüne und CDU, ein Entschließungsantrag im Landtag verabschiedet. Ziel ist unter anderem die Entwicklung einer sogenannten Durchflußprüfung. Dabei soll es sich um ein druckloses und dadurch besonders schonendes Prüfverfahren handeln. Leider zeigt das Umweltministerium keine sonderliche Eile bei der Umsetzung. Experten rechnen noch mindestens mit 1-2 Jahren. 

Die Anwendung der drucklosen Durchflussprüfung ist nicht nur preiswert, sondern geht im Ergebnis mit einer wesentlich geringeren Schadquote einher (geschätzte 1% - 3 % - lt. Betriebsleitung liegt die aktuelle Schadquote bei rund 30%). 

Einer einfachen Durchflussprüfung sind selbst alte Tonrohre gewachsen.

Dass heißt, die Wahrscheinlichkeit einer notwendigen Sanierungsmaßnahme ist für die derzeitig Prüfverpflichteten bis zu 30 mal höher als bei dem Durchfluss-prüfverfahren, welches erst später zur Anwendung kommen wird.